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Ursachen & Risikofaktoren des Messie-Syndroms (Hoarding Disorder)

Ursachen & Risikofaktoren des Messie-Syndroms (Hoarding Disorder)

Hinter dem Chaos steckt mehr als Unordnung: Das Messie-Syndrom ist eine komplexe psychische Störung mit vielfältigen Ursachen. Psychologische, genetische und soziale Faktoren greifen oft ineinander – und machen das Loslassen so schwer.
Ein verständnisvoller, differenzierter Blick auf Betroffene ist daher entscheidend.

Das Messie-Syndrom (Hoarding Disorder) ist heute als eigenständige psychische Erkrankung anerkannt1. Betroffene haben große Schwierigkeiten, sich von Besitztümern zu trennen, selbst wenn diese längst keinen funktionalen Wert mehr haben. Die Ursachen reichen von psychologischen über genetische bis hin zu sozialen Faktoren – häufig wirken mehrere davon zusammen.

Psychologische Risikofaktoren

  • Trauma & Verlusterfahrung: Über die Hälfte der Betroffenen entwickelt Symptome nach traumatischen Ereignissen wie Verlust, Trennung oder Vernachlässigung2.
  • Unsichere Bindung: Wer als Kind wenig emotionale Sicherheit erlebte, kompensiert später oft durch starke Bindung an Gegenstände („Ersatzsicherheit“)3.
  • Perfektionismus & Entscheidungsprobleme: Messies stellen oft extrem hohe Ansprüche an sich selbst und fürchten, beim Aussortieren Fehler zu machen – daher wird das Entscheiden aufgeschoben1.
  • Aufschiebeverhalten & Entscheidungsunfähigkeit: Angst vor falschen Entscheidungen führt dazu, dass keine Entscheidung gefällt wird – die Unordnung wächst1.

Genetische & neurobiologische Aspekte

  • Genetische Veranlagung: Die Erblichkeit wird auf 30–50 % geschätzt4. Es gibt Überschneidungen mit genetischen Risikofaktoren für Schizophrenie und Autismus, aber nicht für Zwangsstörungen oder Depressionen.
  • Besondere Gehirnaktivität: Entscheidungsfindung über eigene Besitztümer aktiviert v.a. den vorderen cingulären Cortex und die Insula besonders stark – Wegwerfen wird als extrem unangenehm erlebt5.
  • Kognitive Besonderheiten: Schwächere Kategorisierungsfähigkeit, geringeres Arbeitsgedächtnis, mangelnde Flexibilität im Denken. Viele vertrauen ihrem Gedächtnis nicht und heben „zur Sicherheit“ alles auf5.

Soziale Risikofaktoren

  • Einsamkeit: Viele Betroffene leben allein; es fehlen soziale Korrektive, die frühzeitig gegensteuern könnten3.
  • Soziale Isolation: Aus Scham über das Wohnungschaos meiden viele den Kontakt zu anderen, was Isolation verstärkt3.
  • Familiäre Vorbilder: Wer in einem überfüllten Haushalt aufwächst, übernimmt eher ähnliche Muster (genetisch & sozial erlernt)3.
  • Konsumgesellschaft: Ständig verfügbare Produkte und aggressive Werbung fördern Anhäufung, das Loslassen wird gesellschaftlich kaum trainiert3.

Komorbiditäten & Überschneidungen

  • Depressionen, Angststörungen & ADHS: Sehr häufig; z.B. bei 20 % der Erwachsenen mit ADHS auch klinisch relevantes Horten6.
  • Abgrenzung von Zwangsstörungen: Früher als OCD-Unterform gesehen, heute als eigenständige Störung anerkannt1. Zwangssymptome können, müssen aber nicht vorliegen.
  • Autismus-Spektrum-Störung: Horten tritt auch bei ASS auf, besonders bei Spezialinteressen & Emotionsregulationsproblemen6.

Verlauf & Chronifizierung

  • Beginn oft schleichend: Erste Anzeichen schon im Jugendalter, später Verschlimmerung3.
  • Im Alter (ab ca. 60): Symptome verstärken sich, Einschränkung von Wohn- und Lebensqualität3.
  • Ohne Behandlung: Chronischer Verlauf, selten spontane Besserung – frühe Unterstützung ist wichtig1.

Quellenverzeichnis

  1. Postlethwaite A., Kellett S., Mataix-Cols D. (2019). Prevalence of hoarding disorder: A systematic review and meta-analysis. Journal of Affective Disorders, 256, 309–316. DOI
  2. Mueller A., Mitchell J.E., Crosby R.D., Glaesmer H., de Zwaan M. (2009). The prevalence of compulsive hoarding and its association with compulsive buying in a German population-based sample. Behaviour Research and Therapy, 47(8), 705–709. DOI
  3. Schröter V. et al. (2022). Bindung und Horten: Aktuelle Ergebnisse der Universität Freiburg.
  4. Ivanov V.Z., Mataix-Cols D., Serlachius E., Lichtenstein P., Anckarsäter H., Lundström S. (2013). Prevalence, comorbidity and heritability of hoarding symptoms in adolescence: A population based twin study in 15-year olds. PLOS ONE. DOI
  5. Tolin D.F., Kiehl K.A., Worhunsky P., Book G.A., Maltby N. (2012). Anomalous neural circuitry related to object categorization and decision-making in hoarding disorder. Archives of General Psychiatry, 69(8), 833–841. DOI
  6. Akıncı M.A., Turan B., Esin İ.S., Dursun O.B. (2022). Prevalence and correlates of hoarding behavior and hoarding disorder in children and adolescents. European Child & Adolescent Psychiatry, 31(10), 1623–1634. DOI
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